Mental-Training

28.03.2017

Ich bin ein Versager», «Nichts klappt mehr». «Ich bin unendlich nervös bei Turnieren»: Sätze wie diese hört Jill Kinloch häufig. Seit 25 Jahren unterrichtet sie Golfer. Zuvor hat sie einige Jahre auf der Ladies European Tour gespielt. Sie weiss, wovon sie spricht. «Bei meinem ersten grossen Turnier mit 16 war ich extrem aufgeregt. Folglich habe ich an der Eins zehn Schläge gebraucht. Danach habe ich so geweint, dass ich kaum noch den Ball sah.» Das Problem löste sich für die sportbegeisterte Schottin nach einiger Zeit. Sie konnte an der Spitze mithalten, bis eineVerletzung sie zum Aufhören zwang. 

«Ich hatte jeweils die Winterpausen genutzt, um mich zum Teaching Pro weiterzubilden, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich zum Anfang meiner Trainer-Laufbahn noch nicht wirklich gut war. Ein Schüler sagte mir ganz offen, dass ich viel zu ich bezogen sei.»

Für Romana Feldmann, selbständige Sportpsychologin und Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Schweizer Sportpsychologen (SASP) ist das ein klassischer Fall. «Trainer haben andere Prioritäten: 

Sie sind Experten für die Schlagtechnik oder die Ausrüstung. Meiner Erfahrung nach sind zum Beispiel Achtsamkeit und Entspannung Tools, über die viele Pros nicht ausreichend verfügen.» Dabei sei Golf eine der mental anspruchsvollsten Sportarten – noch weit vor Tennis, so die Expertin. «Hier geht es meist um Dekonzentration, wohingegen in vielen anderen Sparten Konzentration gefragt ist. Golfspieler müssen unter Druck gelassen bleiben, um die antrainierten Automatismen ungestört ablaufen zu lassen.» 

Würde sich jeder Golfer einige psychologische Grundkenntnisse aneignen, wäre viel gewonnen.

Jill Kinloch hat das nach dem niederschmetternden Feedback ihres Schülers geschafft: «Heute bin ich überzeugt, dass Fachwissen und Technik nur zwei von zehn Zutaten sind, die einen guten Golflehrer ausmachen. Man braucht ausserdem HingabeZuneigungEmpathieMotivationGeduldemotionale Intelligenzgute Kommunikation und psychologisches Geschick. Ein guter Trainer muss die soziale Kompetenz haben, die eigenen und die Gefühle des Gegenübers wahrzunehmen und zu beeinflussen.»

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